Eigenheimrente erklärt: Das Konzept und die Grundlagen
Lernen Sie, wie die Eigenheimrente als staatlich geförderte Altersvorsorge funktioniert und welche Grundprinzipien dahinterstecken.
Mehr erfahrenEntdecken Sie die Unterschiede zwischen Wohnriester und klassischer Riester-Rente und finden Sie heraus, welche Variante besser zu Ihrer Situation passt.
Wenn Sie sich mit der Altersvorsorge in Deutschland beschäftigen, werden Sie unweigerlich auf die Riester-Rente stoßen. Es gibt aber nicht nur eine Variante. Wir zeigen Ihnen, wie sich Wohnriester und klassische Riester-Rente unterscheiden und welche Option für Ihre Situation sinnvoll ist.
Beide Varianten bieten staatliche Zuschüsse und Steuervorteile — aber auf unterschiedliche Weise. Während die klassische Riester-Rente primär für die finanzielle Absicherung im Alter gedacht ist, nutzt Wohnriester die Zuschüsse speziell für die Finanzierung von Wohneigentum. Das macht einen großen Unterschied.
Beide Produkte basieren auf dem gleichen Fördersystem, nutzen es aber unterschiedlich.
Das Wohnförderkonto ist das Herzstück von Wohnriester. Hier werden alle Sparbeiträge, Zuschüsse und die Renditen gesammelt — ohne dass Sie Abgaben zahlen. Das funktioniert ähnlich wie ein Depot, nur mit großzügigerer steuerlicher Behandlung.
Der Clou: Sie erhalten bis zu 200 Euro Grundzuschuss pro Jahr plus 300 Euro Kinderzuschuss für jedes Kind (bis Geburtsjahr 2008). Das summiert sich bei einer Familie mit zwei Kindern schnell auf über 1.000 Euro pro Jahr. Diese Zuschüsse sind unabhängig davon, wie viel Sie selbst einzahlen.
Besonders interessant: Während Sie sparen, entstehen keine Steuern auf Gewinne und Renditen. Erst wenn Sie das Geld für die Immobilie verwenden, kommt die Besteuerung ins Spiel — aber dann als Sonderausgabenabzug, was Ihre Steuerlast senkt.
Die klassische Riester-Rente ist ein Versicherungsprodukt. Sie zahlen monatlich ein, der Versicherer sammelt das Geld, und ab Rentenbeginn (frühestens mit 62 Jahren) erhalten Sie eine lebenslange monatliche Rente. Das gibt Sicherheit — Sie wissen genau, was Sie bekommen.
Die Zuschüsse fließen direkt in diesen Rentenvertrag. Bei einem durchschnittlichen Sparer mit Arbeitgeber und 1-2 Kindern können sich die Zuschüsse auf 500-700 Euro pro Jahr belaufen. Ohne selbst einen Euro einzuzahlen, sichert sich eine Familie mit zwei Kindern bereits Staatshilfe in dieser Größenordnung.
Wichtig: Im Alter wird die komplette Rente als Einkommen besteuert. Aber da die Rentenbesteuerung gestaffelt ist und Sie wahrscheinlich ein niedrigeres Einkommen im Ruhestand haben, ist der tatsächliche Steuersatz oft moderater als im Erwerbsleben.
Die beste Wahl hängt von Ihren persönlichen Zielen ab.
Berechnen Sie zunächst die genauen Zuschussvolumen. Mit einem Kind erhalten Sie 4.400 Euro Gesamtzuschuss pro Jahr (200 Euro Grundzuschuss + 300 Euro Kinderzuschuss), wenn Sie selbst 4 Prozent Ihres Vorjahreseinkommens (maximal 2.100 Euro) einzahlen. Das ist für viele Menschen ein Anreiz, die 4-Prozent-Schwelle zu erreichen.
Denken Sie auch an die Flexibilität. Wohnriester bindet Sie an das Ziel „Eigenheim”. Wenn sich Ihre Pläne ändern, können Sie die Zuschüsse zwar behalten — müssen diese dann aber versteuern. Das ist kein Nachteil, aber eine wichtige Überlegung.
Ein weiterer Punkt: Vergleichen Sie die Kosten der Produkte. Bei Versicherungen unterscheiden sich die Gebühren erheblich. Bei Wohnriester haben Sie über verschiedene Wohn-Riester Darlehen unterschiedliche Konditionen. Holen Sie mehrere Angebote ein, bevor Sie sich entscheiden.
Wohnriester und klassische Riester-Rente sind beide gute Wege, um von staatlicher Förderung zu profitieren. Aber sie verfolgen unterschiedliche Ziele. Wohnriester ist perfekt, wenn Sie Wohneigentum aufbauen möchten — die Zuschüsse helfen Ihnen dabei, schneller zu Ihrem Eigenheim zu kommen. Klassische Riester ist der richtige Weg, wenn Sie sich eine zusätzliche Altersrente wünschen.
Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht zwischen beiden Varianten entscheiden. Es ist durchaus möglich, eine Kombination zu nutzen — Wohnriester für die Immobilienfinanzierung und klassische Riester als ergänzende Altersvorsorge. Sprechen Sie mit einem Finanzberater, um Ihre persönliche optimale Strategie zu entwickeln.
„Die Entscheidung zwischen Wohnriester und klassischer Riester sollte nicht übereilt getroffen werden. Nehmen Sie sich Zeit, Ihre finanziellen Ziele klar zu definieren und lassen Sie sich die Unterschiede genau erklären.”
— Finanzberatung Fachkompetenz
Dieser Artikel dient zu Informationszwecken und stellt keine persönliche Finanzberatung dar. Die beschriebenen Produkte und Regelungen können sich ändern. Wohnriester und Riester-Rente sind komplexe Finanzprodukte mit verschiedenen Varianten und Anbietern. Vor einer Entscheidung sollten Sie sich von einem unabhängigen Finanzberater informieren, der Ihre persönliche Situation kennt und Ihnen maßgeschneiderte Empfehlungen geben kann. Die Steuerbehandlung hängt von Ihrer individuellen Situation ab — auch hier ist eine persönliche Beratung sinnvoll.